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Journal · 18. Oktober 2026

Warum der Streifen aus dem Netz selten weiterhilft

DBVon Damir Babic · Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2026 · 4 Min.

Zwei öffentliche Einordnungen aus dem Jahr 2025, und was eine Praxis stattdessen wissen will.

Birgit Harbeck vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat im März 2025 auf dem Deutschen Kongress für Endokrinologie gesagt, eine Entgiftung von Cortisol sei weder möglich noch wünschenswert. Das Hormon mache überhaupt erst leistungsfähig. Speicheltests für zu Hause hielt sie für ungenau, wenn die Uhrzeit fehlt oder das Verfahren schwach ist.

Matthias Pirlich, Endokrinologe in Berlin, hat gegenüber der Apotheken Umschau denselben Detox ein Humbug genannt. Seine Begründung ist schlicht: Cortisol ist kein Gift, das man ausleitet. Stress könne den Appetit in beide Richtungen verschieben. Was er stattdessen nennt, ist unspektakulär: Bewegung, Schlaf, Gespräche, sogar Singen im Chor.

Beides sind Stellungnahmen, keine neuen Messreihen. Sie decken sich mit dem, was die Physiologie schon länger sagt. Ein Test ohne eine Frage, die das Ergebnis ändern würde, erzeugt meist nur eine Zahl. Die Zahl sucht sich danach eine Erklärung, oft eine, die sich verkaufen lässt.

Wer Zeichen einer echten Störung hat, braucht keinen Streifen, sondern eine Praxis. Wer abends nicht zur Ruhe kommt, braucht zuerst eine Aufstehzeit und weniger Licht in der letzten Stunde.

Die ärztliche Sicht im LeitfadenWie ein Wert gelesen wird